/> Was kostet ein Anfängerbass? - christian renz // bassist - Stuttgart

01/07

2009

Was kostet ein Anfängerbass?

Nick & Bass

Du, wieviel kostet eigentlich ein guter Einsteigerbass?

Mein erster Bass, anno 1994, kostete mich damals gebraucht DM 450,-. Es war ein gebrauchter Hohner PJ-Bass, der einige Macken hatte und nicht das ideale Einsteigerinstrument war. Das Instrument verrichtet übrigen heute seine Dienste in Tansania.

Mittlerweile hat sich der Bassmarkt deutlich verändert. Als mich gestern die Frage erreicht hat, wieviel man für einen Bass für einen Einsteiger ausgeben muss, musste ich daher erst einmal kurz nachdenken. Im konkreten Fall geht es um ein Instrument für eine Schulband, und das Budget erlaubt durchaus, nicht unbedingt nur zum billigsten Instrument zu greifen. Und dazu vielleicht gleich noch die Folgefrage: Sollte man mit einem Viersaiter einsteigen, oder kann man auch gleich mit einem Fünfsaiter loslegen?

Aus dem Bauch heraus würde ich vielleicht mal sagen: Weniger als €250 sollte man nur ausgeben, wenn man wirklich keine Kohle hat oder extremes Glück hat und auf ein passables Instrument stößt. Zwischen €250 und €600 bekommt dann schon recht ordentliche Instrumente, die einem nicht die Technik versauen (z.B. von Squier, Ibanez, Yamaha). Darüber kommt man dann schon in einen Bereich, in dem man Ansprüche stellen darf und als Gelegenheitsbasser sogar Instrumente „fürs Leben“ (oder wenigstens Lebensabschnittsbässe) findet. Mehr als €1500 geben normalerweise nur Leute aus, die einigermaßen viel Bass spielen, und wer mehr als €2500-3000 für einen Bass ausgibt, hat dafür gute Gründe. Bevor man sich in diese Preisliga begibt, beginnt oft eher die Phase, wo man zum Zweit- oder Drittbass greift ;-). (Obwohl, wenn man sich so die Talkbass Classifieds anschaut, gibt es offensichtlich genügend Leute, die sich in dem Preisbereich Bässe kaufen.)

Gerade bei Instrumenten ist der Gebrauchtmarkt recht interessant. Ein Instrument sollte man sowieso immer mal kurz anspielen, um zu wissen, was man da in der Hand hält – das kann man auch bei einem Privatmann machen, nicht nur beim Händler. Und bei einem gebrauchten Bass sollte ein erfahrener Bassist (den man zum Kauf hinzuziehen sollte) eventuelle Macken recht schnell finden können – im Gegensatz zum Beispiel zum Gebrauchtwagenkauf. Bässe sind halt doch nicht so kompliziert wie Autos :-).

Und zum Thema Vier- oder Fünfsaiter: Ich denke, es hängt von der Musik ab, die man machen will. Wenn man rocken will, ist ein Fünfsaiter schon sehr hilfreich. Auf beiden lässt sich solide Basstechnik lernen, für mich gibt es da keine feste Regel. Natürlich ist es empfehlenswert, dass man auch mal einen Viersaiter in die Hand nimmt (oder anders herum), um auch damit Erfahrungen zu sammeln. Und dann braucht man natürlich noch einen Verstärker, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Blogeintrag…

Was meint ihr? Trifft meine Budgetansage für diesen Fall (€250-600) zu? Kann man auch gleich schon auf dem Fünfsaiter anfangen, oder sollte man deiner Meinung nach prinzipiell erst einmal auf vier Saiten loslegen?

Foto (cc) aj_uva91

Update: Danke für die Reaktionen. Markus hat per Twitter sogar einen konkreten Vorschlag gemacht – lohnt sich sicher, das mal anzuschauen, auch wenn ich persönlich mit Yamaha-Bässen nicht zurechtkomme.

Ich hab mir meinen Bass (Yamaha 5-Saiter) damals gebraucht für 300€ gekauft. Damit bin heute noch zufrieden - wenn ich auch zugeben muss bisher kaum andere Bässe angespielt zu haben.

Worüber ich mich allerdings ärgere war dass ich mir ein Dreivierteljahr später nen Hartke-Amp mit 2*15" Box gekauft hab. Das war einfach unnötig. Nicht unbedingt der Amp - sondern vor allem die Box nervt (groß - und obenrum kommt einfach zu wenig). Aber ich war hald jung...

Die Ansage trifft zu. Für 250 bis 600 bekommt man definitiv was für den Einstieg. Ein Freund von mir hat mit einem Ibanez GSR-200 angefangen, kostet derzeit ca. 250€. Das Ding spielt sich super, man gewöhnt sich also schon mal keine schlechte Technik an. Vom Sound her stellt sich bei gutem Lernfortschritt dann spätestens nach einem Jahr der Wunsch nach einem anderen Bass ein. Ich würde auf jeden Fall auf "gute Marken" setzen, also Squier, Yamaha oder Ibanez. Bei den Hausmarken der großen Händler sowie bei Stagg und Johnson etc. wird man im unteren Preissegment nicht glücklich.

Ein Amp mit Hochtöner sollte es meiner Meinung nach auch sein, sonst scheppert man zu sehr und merkt es nicht. Auch hier sollte man die billigen Hausmarken und Hersteller wie Behringer meiden. Die großen Marken können manchmal günstig und vernünftig, z.B. der LA10 von SWR um 230€ - insofern man keinen Fünfsaiter spielt sicher ein guter Übungsamp, auch für mehr als den Einstieg.

Na, dann lag ich ja gar nicht so schief :-). Nils, der Tipp mit dem LA10 ist gut, werde ich weitergeben.

Ich hab gestern gesehen, dass der LA10 wider erwarten nicht mit einem Hochtöner aufwarten kann. Ich hatte gedacht, dass die ganze LA-Serie damit ausgestattet sei. Ich habe selbst einen LA12, der ist leider nicht ganz so günstig zu bekommen.

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