Über Karan bin ich auf eine zur Zeit laufende Online-Petition gestoßen, die eine umfassende Überprüfung und Reform der GEMA fordert. Für die, die die GEMA nich kennen: Es handelt sich hierbei um eine Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die sich um die Verwaltung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte für Musik kümmert und Lizenzzahlungen an Komponisten, Texter und Verleger weiterleitet.
Die Petition beginnt wie folgt:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen….dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.
Falls ihr Musiker seid (oder euch Musik am Herzen liegt), unterzeichnet bitte unbedingt diese Petition! Natürlich geschehen dadurch keine Wunder, aber vielleicht gelingt es, eine gewisse mediale Aufmerksamkeit zu erregen, die das Thema dringend nötig hat. Um es klar zu stellen: Es geht nicht darum, die GEMA (die für viele Musiker für einen wichtigen Bestandteil ihres Lebensunterhalts sorgt) abzuschaffen! Aber es geht darum, gewisse Punkte abzustellen, die die GEMA zu einem teilweise unfairen System machen. Hier ein paar Stichpunkte zu dem, was mich stört:
- Die GEMA hat ein Monopol. Im Vergleich dazu gibt es in den USA zum Beispiel die Verwertungsgesellschaften ASCAP, BMI und SESAC.
- GEMA-Mitglieder müssen ihr vollständiges Werk über die GEMA verwalten lassen – Aktionen wie das kostenlos downloadbare Album von Coldplay sind in Deutschland nicht möglich. Auch eine Verbindung mit Creative Commons-Lizenzen ist völlig unmöglich.
- Selbst für die eigene Homepage muss man als GEMA-Mitglied eine Lizenz zur Präsentation der eigenen Werke erwerben (die bis 31.12.2009 kostenlos ist – aber es gibt keine Garantie dafür). Gerade für Newcomer ist die GEMA-Mitgliedschaft daher oft störend.
- Befreundete GEMA-Mitglieder berichten, dass die Abrechnungen oft nicht vollständig sind und hier ein hoher Aufwand des Künstlers nötig ist, um sein Geld zu bekommen.
- Die Abrechnungsmodalitäten sind so gestaltet, dass eher unbekanntere Künstler kaum Ausschüttungen erhalten – obwohl die Veranstalter die gleichen Tarife bezahlen müssen. Teilweise werden Gebühren bezahlt, die der Künstler aufgrund verschiedener Regelungen nicht erhalten kann.
- Die Geschicke der GEMA werden von der Versammlung ordentlicher Mitglieder (Mitglieder, die mehr als eine bestimmte Summe im Jahr mit der GEMA verdienen) bestimmt – das sind diejenigen, die wenig überraschend im Moment auch finanziell am meisten profitieren.
Hier die Petition beim Deutschen Bundestag mit unterschreiben

Kommentar schreiben