/> The Ryanair Drama - christian renz // bassist - Stuttgart

16/02

2009

The Ryanair Drama



Was man so alles erlebt, wenn man jemanden zum Flughafen bringt: Eine junge Amerikanerin war offensichtlich noch nie mit Ryanair geflogen und hatte einige Kilogramm zuviel Handgepäck dabei. Das zog erst einige aufgeregte Verhandlungen nach sich, ein Telefonat mit ihrem Agenten (der ihr das eingebrockt hatte – er hatte offensichtlich den Flug für sie gebucht), und schließlich ging sie unter Tränen ihr Gepäck durch, um zu entscheiden, was sie zurücklassen wird. Sie entschied sich unter anderem für einige persönliche Dinge, wie eine Reihe von Fotos, Büchern und ihre Bibel.

Das Dumme war, dass sie Teil einer kleinen Gruppe war, und dass ihr Gepäck wohl am Check-In-Schalter kein Thema war – erst bei der Security, und erst als der größte Teil ihrer Gruppe schon durch die Security war fiel das Mehrgewicht auf.

Die ganze Szene war herzzerreißend zu beobachten. Ich kannte natürlich die Hintergründe nicht, wusste auch nicht, inwiefern sie die Regeln kannte oder nicht. Mir ist aber unangenehm aufgefallen, dass das Ryanair-Personal scheinbar nicht in der Lage war, mit der Situation angemessen umzugehen. Es wurde keine realistische Alternative angeboten – z.B. das Gepäck einfach gegen Extragebühr aufzugeben, anderen aus der Gruppe Teile der Dinge mitzugeben oder ähnliches.

Dazu kam dann noch die kulturelle Verwirrung, dass der Passagier ihrem Unmut einigermaßen deutlich Ausdruck verliehen hat – was die Ryanair-Dame dann geschickterweise auf sich persönlich bezog und sich heftig verteidigte, auch wenn eigentlich jedem beteiligten schon klar war, dass sie nichts machen kann. Die Replik „I'm not talking to you“ hat sie offensichtlich nicht richtig einordnen können. Ich denke mal, dass solche Situationen öfters auftreten, und dass es angemessen wäre zu erwarten, dass das Ryanair-Personal höflich, aber bestimmt mit solchen Situationen umgehen kann. Es hätte vielleicht auch geholfen, wenn das Ryanair-Personal des Englischen etwas mächtiger gewesen wäre…

Und wie war unsere persönliche Erfahrung mit Ryanair? Schon vor dem Flug fiel unangenehm auf, dass der Check-In am Schalter extra kostet (€10 pro Flug), was quasi einer Nicht-EU-Bürger- und Behindertengebühr entspricht – die dürfen den Online-Check-In nämlich nicht verwenden. Nach der Buchung auf die Kreditkarte standen plötzlich €10 mehr da (CC Fee – wohl Kreditkartengebühr). Das hätte man auch früher sagen können… Dazu kommt, dass wirklich alle Regeln sehr strikt eingehalten werden müssen – ein Stück Handgepäck bis 10kg heißt genau das: Keine extra Laptoptasche, nicht mal eine extra Damenhandtasche, auch wenn beides zusammen weniger als 10kg wiegt.

Vermutlich kann man das sich alles vorher zusammenreimen, wenn man die Website und die kleinen Hinweisschilder am Flughafen gründlich studiert. Wer sich aber auf seine Erfahrung mit anderen Airlines verlässt, fällt bei Ryanair zunächst einmal gründlich auf die Schnauze. Die Hinweise gibt es zwar, aber man muss sie suchen. Auch beim Check-In war die Information zum Handgepäck nicht gerade überdeutlich angeschrieben. Insgesamt macht Ryanair einen gnadenlosen Eindruck – im wahrsten Sinne des Wortes.

Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Flug selbst wird.

Jeder kann zu brechen Tränen, wenn Sie entscheiden, was zu hinterlassen. Es war klug, einige persönliche Dinge, wie eine Reihe von Fotografien, Bücher und ihre Bibel enthalten.