Am letzten Montag konnte ich endlich den schon vor einiger Zeit gefassten Entschluss umsetzen: Zusammen mit einem Freund und Bassistenkollegen war ich bei Station Music in Jettingen-Scheppach (bei Ulm).
Zum Laden selbst muss ich sagen: Station Music hat die größte Auswahl an Bässen von verschiedenen Herstellern, die ich je in einem Laden gesehen habe. Wir sind mittags angekommen und auf einen wirklich freundlichen Verkäufer gestoßen, der uns sogar ins „Allerheiligste“ gelassen hat – einen Raum, in dem Bässe im Wert bis zu 17.000 € zum Verkauf standen. An denen waren wir nicht interessiert, wohl aber an dem Glockenklang-Verstärker, der uns beiden als überzeugten Glockenklang-Nutzern einigermaßen heimischen Klang versprach.
Daraufhin haben wir uns einiges an Zeit genommen, verschiedene Bässe anzutesten und auch mit unseren eigenen mitgebrachten Bässen zu vergleichen. Leider wurde diese Zeit eine Stunde vor Ladenschluss jäh unterbrochen, als ein etwas weniger großzügiger Verkäufer leicht schockiert in den Raum hereingerauscht kam und uns informierte, dass wir uns nicht selbst bei den Instrumenten bedienen sollten… Das war's dann auch so ziemlich mit testen, denn es war uns dann doch zu dumm, jedes einzelne Instrument bei ihm zum Test zu „bestellen“. (Wie gesagt, die teuren Bässe ab 3000 € aufwärts haben uns sowieso nicht interessiert.)
Rückblickend war es sehr interessant, mal Bässe von sehr verschiedenen Herstellern auszutesten, gerade von so „Exoten“ wie Human Base, Clover oder MTD. Es war allerdings doch recht desillusionierend, wie wenig da dabei war, was uns zugesagt hat. Spannend war auch, dass selbst bei den teureren Bässen durchaus deutliche Qualitätsmängel auftreten können, wie zum Beispiel Deadspots oder Lackierungsfehler. Es lohnt sich also durchaus nicht immer, mehr Geld auszugeben.
Was kam nun durch die Aktion raus? Wieder einmal die Erkenntnis, dass das gleiche Bassmodell sehr unterschiedlich klingen kann, wenn andere Hölzer und Pickups verwendet werden. Ich habe z.B. einen Peavey Cirrus mit Ahornhals angespielt, der mir überhaupt nicht zugesagt hat, aber auch eine Variante mit einem Palisandergriffbrett, die mir ganz gut gefallen hat. Insgesamt haben sich nur Tendenzen ergeben: Die meisten Bässe mit Ahornhälsen sind nicht mein Fall (Ausnahme: Fender-Bässe), Bässe aus schwereren Hölzern sind mir oft zu träge in der Ansprache (mein Tobias reagiert da viel schneller), generell gefällt mir die Kombination Sumpfesche (Body) und Palisander/Ebenholz (Griffbrett) ganz gut. Yamaha-Bässe liegen mir (immer noch) nicht.
Interessant war, dass Station Music „meinen“ Tobias auch da hatte, so wie er vor dem Umbau war (d.h. mit Palisandergriffbrett). Es war interessant, die beiden Bässe zu vergleichen, und mein Eindruck von damals hat sich bestätigt: Durch das Ebenholzgriffbrett (ökologisch korrekt aus dem malayischen Straßenbau) spricht der Bass noch einmal deutlich besser an und hat einen definierteren Sound.
Eine Enttäuschung war für mich der Music Man Bongo 6: Die Elektronik rauscht stark, wenn man viele Höhen reindreht, und die Sounds gefallen mir einfach nicht sehr gut, und der Bass liegt mir auch nicht so sehr.
Für die weitere Suche werde ich jetzt aber auch mal versuchen, von wenigen Herstellern ein größeres Sortiment durchzutesten, in der Hoffnung, so eher zum Ziel zu kommen. Ich könnte mir vorstellen, das ich bei Sadowsky oder Lakland vielleicht am Montag schon fündig geworden wäre, wenn der zweite Verkäufer nicht gewesen wäre… denn gerade bei den beiden Herstellern hat Station Music eine sehr gute Auswahl. Auch Clover ist einer der Hersteller, die ich auf jeden Fall weiter antesten will. Und Human Base und Marleaux finde ich immer noch interessant.
Ein zweiter Entschluss ist, dass ich schon auch weiterhin nach Sechssaitern schauen werde, aber vielleicht jetzt eher auch Fünfsaiter in Betracht ziehen werde - ich brauche einfach relativ schnell die H-Saite, und einen guten Sechssaiter zu finden, das dauert wohl eine Weile. Vielleicht sollte ich mir da auch ein bisschen mehr Zeit lassen.
Achso, und eins würde mich noch interessieren: Warum gibt's nirgendwo eine gute Auswahl von Bässen von MTD, sondern nur die billigsten Modelle?

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